Mit Wasser wollte ich die Idee eines magischen Buches erschaffen, dessen Geschichten nicht einfach geschrieben sind, sondern lebendig werden. Beim Öffnen lösen sich die Seiten scheinbar auf und verwandeln sich in fließendes Wasser – als würden Erinnerungen, Legenden und Wesen direkt aus dem Buch heraus entstehen.
Jede Seite erzählt dabei von einer anderen Welt des Wassers: vom Meer, von tiefen Seen und verborgenen Orten unter der Oberfläche. In dieser Szene befindet man sich mitten in der Geschichte eines einsamen Wesens, das irgendwo zwischen Fisch, Fantasiewesen und schmetterlingsartiger Erscheinung existiert. Es wirkt fremdartig und gleichzeitig ruhig, fast zerbrechlich, als würde es lautlos durch eine eigene Welt gleiten.
Mich hat besonders interessiert, Wasser nicht nur als Umgebung darzustellen, sondern als erzählerisches Element selbst. Die Formen, Bewegungen und Lichtstimmungen sollten das Gefühl erzeugen, dass das Buch die Geschichten nicht zeigt, sondern tatsächlich erschafft.
Der Fokus beim Zeichnen lag deshalb auf diesem Übergang zwischen Realität und Fantasie – auf dem Moment, in dem aus einfachen Seiten eine lebendige, geheimnisvolle Welt entsteht.