Zirbelzorn ist kaum größer als eine Eichel. Aus seinen Schläfen wächst ein zierliches, geweihartiges Astwerk, das im Mondlicht silbrig schimmert. Er zähmt keine Insekten – sie folgen ihm freiwillig, weil er ihnen Geschichten zuflüstert, die sie in trance versetzten.
Er liebt es, Wanderern den Hut schief zu drehen, Eichhörnchen Nüsse zu klauen oder den Wind so zu kitzeln, dass er plötzlich die Richtung wechselt. Doch wenn Gefahr droht, stößt er einen scharfen Pfiff aus – und ein ganzer Schwarm geflügelter Verbündeter kommt zu Hilfe.
Im Wald sagt man:
Wenn es über dir surrt und du ein leises Kichern hörst – dann hat Zirbelzorn dich längst entdeckt.
Immer an seiner Seite ist Liri. Sie ist flink, aber nicht hastig. Ihre Flügel schimmern in viele magischen Farben. Beim Flug hinterlässt sie Schweif aus funkelnden Staubpartikeln, der aber gleich wieder verschwindet. Sie ist frech auf ihre Art: Sie fliegt Umwege, weil sie neugierig ist. Sie landet auf Nasenspitzen von großen Tieren. Sie stupst Zirbelzorn mit einem Flügel an, wenn ihr etwas nicht passt.